Zitat
von http://suse-linux-faq.koehntopp.de/q/q-suse93-cryptofs.html
4.1. SuSE 9.3: Verwendung existierender
verschlüsselter Partitionen bei einer Neuinstallation
4.1.1
Will
man bei einer Neuinstallation von SuSE Linux 9.3 eine vorhandene
verschlüsselte Partition (erstellt unter 9.1 oder 9.2)
einbinden,
erhält man eine Fehlermeldung.
Warnung: Vor der
Korrektur dieses Problems auf keinen Fall eine
Dateisystem-Überprüfung (fsck)
laufen lassen - dieser kann zum Datenverlust führen!
Grund
für das Problem ist, dass sich der
Verschlüsselungsalgorithmus in SuSE
9.3 geändert hat (es wird ein anderes Kernelmodul verwendet).
Eine
genauere Erklärung findet sich in der SuSE
Supportdatenbank (SDB).
Das Problem ist recht einfach zu lösen: in /etc/cryptotab
ist die unter 9.1 oder 9.2 erstellte verschlüsselte Partition
als twofishSL92 (statt twofish256)
einzutragen. Beim nächsten Mounten klappt die Einbindung dann
wieder.
Installiert man SuSE Linux 9.3 als Update, tritt dieses
Problem nicht auf (die /etc/cryptotab
wird automatisch korrigiert). Auch die Einbindung von
verschlüsselten
Partitionen, die unter SuSE Linux 9.0 oder älter oder mit
einer anderen
9.3-Installation erstellt wurden, funktioniert problemlos.
Der Vollständigkeit halber hier eine Liste der
Verschlüsselungsarten, wie sie in /etc/cryptotab
unter SuSE 9.3 eingetragen werden:
- mit SuSE 9.0 (oder älter) erstellte Partitionen: twofish
- mit SuSE 9.1 oder 9.2 erstellte Partitionen: twofishSL92
- mit SuSE 9.3 erstellte Partitionen: twofish256
Eine
noch einfachere Methode ist es, die verschlüsselte Partition
während
der Installation nicht einzubinden. Nach der Installation kann man dann
per YOU korrigierte Versionen des YaST2 Partitionierungsmoduls und
losetup installieren und anschließend die Partition mittels YaST2
- System - Partitionieren einbinden.
(cboltz)
Zitat
von http://portal.suse.com/sdb/de/2005/03/crypto_filesystem_93.html
Kryptofilesystem 9.3
Bezieht sich auf: SUSE LINUX 9.3
Ändern von Kryptopartitionen/-Dateien in SUSE Linux
Professional 9.3
Technischer Hintergrund
Mit SUSE LINUX 9.3 haben wir das
Verschlüsselungsmodul von loop_fish2
auf twofish umgestellt. Zusammen mit cryptoloop
ist twofish
nun der Standard für Kryptopartitionen. Die Umstellung wurde
vorgenommen, da twofish zusammen mit cryptoloop sicherer ist
(cryptoloop verwendet als Initialisierungsvektor die Blocknummer,
während loop_fish2 hierzu stets die Null verwendet) und als
Standardlösung für Kryptopartitionen eingesetzt wird.
ACHTUNG: NICHT FSCK AUSFÜHREN
Die beiden Module verwenden ein unterschiedliches
On-Disk-Format,
sodass beim Zugriff über das falsche Modul die Skripte
für das
automatische Booten zwar das Dateisystem erkennen (da in beiden
Fällen
der erste Block ziemlich gleich ist), doch feststellen, dass der Rest
falsch aussieht und deshalb einen Dateisystemcheck vorschlagen.
Führen
Sie diesen Dateisystemcheck nicht aus antworten Sie stattdessen mit
Nein und stellen Sie sicher, dass das richtige Modul verwendet wird.
Falls Sie diesen Warnhinweis nicht beachten, führt der
Dateisystemcheck
unweigerlich zum Totalverlust Ihrer Daten.
SUSE Linux verwendet künftig die folgenden
Kryptofilesystem-Implementierungen:
| SUSE-Version |
Verschlüsselung |
Schlüssellänge |
Kernelmodule |
Initialisierungsvektor (IV) |
| Vor 9.1 |
twofish |
160 Bit |
loop_fish2 |
Konstante |
| 9.1 und 9.2 |
twofish256 |
256 Bit |
loop_fish2 |
Konstante |
| 9.3 |
twofish256 |
256 Bit |
twofish, cryptoloop |
Blocknummer |
Wie Sie sehen, ist der Name des
Verschlüsselungsalgorithmus twofish256
zwar derselbe für SUSE LINUX 9.1/9.2 und 9.3, doch es wird
jeweils ein
anderes Kernelmodul verwendet. Leider verwenden die beiden Module nicht
das gleiche On-Disk-Format, sodass die Module inkompatibel sind.
Natürlich lässt sich auch nicht feststellen, welches
On-Disk-Format
vorliegt, da sich sonst der Verschlüsselungstyp aus
verschlüsselten
Daten ableiten ließe, woraus wiederum eine
Sicherheitslücke entstünde.
Diese
Einschränkungen ziehen einige Probleme nach sich, die sich
nicht durch
ein technisches Verfahren abdecken lassen. Daher ist für den
folgenden
Fall ein manueller Eingriff erforderlich:
Neuinstallation und Zugriff auf alte Kryptopartition
Wenn
Sie SUSE LINUX 9.3 neu installieren, um damit auf bereits bestehtende
Kryptopartitonen aus SUSE LINUX 9.1 oder 9.2 zuzugreifen,
müssen Sie in
Ihren Konfigurationsdateien den richtigen
Verschlüsselungsnamen
angeben. Dies ist entweder /etc/cryptotab
oder /etc/fstab.
Wie erwähnt, gibt es 3 verschiedene Implementationen, von
denen zwei
denselben Verschlüsselungsnamen verwenden. Um diese beiden
voneinander
zu unterscheiden, haben wir den Verschlüsselungsnamen twofishSL92
als Alias für twofish256 mit loop_fish2
implementiert. Ändern Sie also in Ihren Konfigurationsdateien:
twofish256 in twofishSL92
Beispiel:
Alte cryptotab-Datei aus SUSE LINUX 9.2:
/dev/loop0 /dev/hda3 /secret reiserfs twofish256 noatime
Neue cryptotab-Datei in SUSE LINUX 9.3:
/dev/loop0 /dev/hda3 /secret reiserfs twofishSL92 noatime
Folgende Fälle konnten durch technische
Lösungen abgedeckt werden:
Update älterer Distributionen
Während eines System-Updates werden /etc/fstab
und /etc/cryptotab vom
YaST-Installationsprogramm geändert.
Installation einer neuen Distribution
Neuinstallationen verwenden ausschließlich das neue
Cryptoloop-Modul.
Stichwörter: crypto, krypto,
loop, mount, fsck, twofish